Fokus halten
Das Thema der Stunde. Doch wie macht man das bewusst?
Heutzutage ist es so leicht, sich ablenken zu lassen. Durch die ständige Reizüberflutung unserer modernen Welt ist es gar nicht so einfach sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Gerade liest man noch einen spannenden Artikel, schon klingelt das Handy oder es erscheint eine Pop Up Nachricht auf dem Handy mit den internationalen Tagesthemen.
Auch wenn es nur ein kurzer Moment der Ablenkung ist, so ist der Fokus auf die vorherige Tätigkeit schnell verloren. Ständige Vergleiche und unterschiedliche Meldungen aus der ganzen Welt tragen dazu bei, dass wir uns gestresst und überfordert fühlen.
Früher haben klassische To-Do Listen geholfen, sich auf das notwendige zu konzentrieren. Diese bringen aber wenig, wenn wir uns immer wieder von unseren Reaktionen auf die Außenwelt ablenken lassen.
Unser Gehirn ist so konzipiert, dass alles was unsere Bedürfnisse nach Besitz, Nahrung und Sex befriedigt, unsere Schmerz und Genusszentren reizt. Für unsere Vorfahren war dieses Verhalten überlebensnotwendig, heute macht diese Eigenschaft jedoch unser Leben unnötig schwer.
Reize werden direkt wahrgenommen und wir reagieren darauf - es ist wie eine Sucht. Etwas passiert und wir reagieren automatisch. Das passiert meistens vollkommen unbewusst, aber häufig den ganzen Tag über. Wenn wir etwas im Schaufenster sehen, wenn wir neue Nachrichten hören oder Pralinen im Regal stehen sehen, sofort ist unser Fokus verändert. Auch eine leichte Vibration am Handy kann uns schon von unserem ursprünglichen Vorhaben ablenken.
Doch zum Glück haben wir in unserem Gehirn einen Unterstützer
Der präfrontale Kortex ist so etwas wie der Regisseur in unserem Gehirn, der uns ermöglicht vor allem die Genusszentren zu kontrollieren. Durch ihn lernen wir aus Erfahrungen, können uns besser konzentrieren und lernen Entscheidungen zu treffen. Erst mit ungefähr 25 Jahren ist er vollständig ausgewachsen. Für die Impulskontrolle ist eine kurze Reflexionszeit unbedingt nötig, in der wir lernen zwischen zwei oder mehreren Handlungen abzuwägen. Im besten Fall lernt man durch den präfrontalen Kortex ein Gleichgewicht zwischen kurzfristigem Genuss und langfristigem Glück herzustellen. Auch das Setzen von Prioritäten fällt leichter.
Das Bewusstsein über die Beschaffung unseres Gehirns und das Eingestehen, dass wir uns unbewusst durch Kleinigkeiten ablenken lassen, hilft schon enorm. Wenn man beispielsweise dadurch entgegenwirkt, indem man den Ton des Handys auf lautlos umschaltet, wird die Ablenkung direkt vermindert.
Nicht umsonst heißt es: Was man beachtet, das wächst
Aufmerksamkeit ist entscheidend für die eigene Wahrnehmung und dadurch auch für unser Fühlen, Denken und unsere Entwicklung. Wir lernen was wichtig ist. Diese Fähigkeit sollte man keinesfalls unterschätzen, bei der großen Anzahl an Reizen, die unsere moderne Welt zu bieten hat. Effektiveres Arbeiten fällt dann deutlich leichter, weil sinnlose Geschehnisse bewusst ausgeblendet werden können.
Meditation kann helfen!
Wer seine Gedanken kontrollieren kann, kann auch sein Leben leichter kontrollieren. Wenn man lernt seine Aufmerksamkeit zu regulieren, lernt man nicht mehr auf alles zu reagieren - sowohl im Außen als auch im Innen. Die Schaufenster der Läden erscheinen plötzlich uninteressant, wenn man nur auf dem Weg zur Bushaltestelle ist. Auch unnötige, sorgenvolle Gedanken können leichter verdrängt werden.
Jeder kann es lernen: das Gehirn hat die Fähigkeit zur Weiterentwicklung
Mit dem richtigen Training wird Ordnung in unserem Kopf und in unseren Emotionen geschaffen. Wir lernen mehr in uns selbst zu ruhen. Studien zeigen außerdem das Menschen mit einem effektiv funktionierenden Frontallappen weniger zu Depressionen neigen, besser auf ihre Gesundheit achten und intensivere Beziehungen und Freundschaften pflegen können. Wenn die Konzentration aus der Bahn gerät, sind Burnout oder Suchtverhalten schnell die Folge.
Aufmerksamkeitsräuber gibt es immer und überall. Um sich gegen Stress und den falschen Fokus zu wappnen, ein paar Tipps:
- Sei ehrlich zu dir selbst, und mach dir nichts vor wenn du dich ablenken lässt.
- Überprüfe dich täglich, wie häufig du dich mit dem Handy beschäftigst und was es mit dir macht wenn du es mal einen Tag beiseite legst.
- Beschäftige dich mit der Frage: Orientiere ich mich an dem was wirklich wichtig für mich ist? Oder klammere ich mich an eine nicht endende To-Do Liste?
- Schreibe auf: Was ist das wichtigste für dich im Leben und womit beschäftigst du dich am liebsten?
Häufig stellt man dann fest, dass bestimmte Lebensbereiche, die einem wichtig sind, zu kurz kommen. Ist das der Fall, sollte man versuchen bewusst dagegen zu steuern und in Zukunft den Fokus lieber auf die Dinge legen, die einem wichtig sind.
Hast du das Gefühl, dass dir diese Tipps nicht ausreichen und du zu wenig Kontrolle über dich und deine Aufmerksamkeit hast? Dann helfen dir unsere Coaches sehr gern weiter. Wenn du denkst, dass das Problem deutlich tiefer liegt, helfen dir auch gerne unsere Therapeutinnen weiter.
Zur Terminabsprache geht es hier!
Quelle: @flow